BETRÜBLICHE ALTERSVERSORGUNG
Leider oft eine herbe Enttäuschung

Die perfekte Mogelpackung: Aus wenig Eigenleistung wird (scheinbar) viel Erspartes. Aber dann doch leider wieder nur sehr wenig Nettorente! Und darauf kommt es Ihnen doch eigentlich an. Oder?

Bei der sogenannten betrieblichen Altersvorsorge schließt der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer eine Kapitallebens-, Renten- oder fondsgebundene Lebensversicherung ab. Die Beiträge können vom Arbeitgeber bezahlt werden. Oder sie werden vom Arbeitnehmer im Rahmen einer Entgeltumwandlung (oft als sog. Direktversicherung) geleistet, d.h. vom Bruttolohn abgezogen. Sehr beliebt ist das „halbe-halbe-Modell“, bei dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils 50 Prozent beitragen.

Ist das empfehlenswert?

 

Konkreter Anlass und Stein des Anstoßes

Kürzlich erhielt ich folgende Email. Diese ist nachstehend anonymisiert, nur um Rechtschreibefehler bereinigt, aber ansonsten unverändert abgedruckt. Der „selbständige Makler“ ist für einen bekannten Strukturvertrieb mit Sitz in Heidelberg tätig, der hier lieber nicht genannt werden möchte…

 

Soweit die Ausgangslage

200 Euro monatliche Vorsorge, Sparleistung, davon jeweils die Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Von den 100 Euro Gehaltsverzicht des Arbeitnehmers bleiben nur (unten im Detail errechnet) tatsächlich nur 48,47 Euro Netto-Eigenbeitrag. Also werden 75,76% der 200 Euro „gefördert“. Da denkt der Laie oder LeO, dass man mit solch einer bAV doch nichts falsch machen könne. Oder ist da ein Haken? Und wenn ja:

 

Wo ist der Haken?

Rein intuitiv fühlte ich, dass ich mit einer schnellen Stellungnahme über den Tisch gezogen werden sollte. Also habe ich mich ein wenig tiefer mit den Details der bAV befasst. Und den Heidelberger Makler um weitere relevante Daten gebeten, die dieser mir schließlich auch überlassen hat.

Auf Basis der überlassenen Echtzahlen konnte ich die extrem manipulative Argumentationsweise des Finanzprodukteverkäufers (FPV) enttarnen und fand nicht nur einen, sondern gleich mehrere Haken an dem schön gefärbten bAV-Konzept.

Mit Hilfe einer neutralen Analysesoftware eines Honorar-Finanzanlagenberaters sowie einem selbstgestrickten Excel-Tool habe ich das mal durchgerechnet… und kam auf folgende Zahlen.

Die versicherte Kundin nenne ich im Folgenden einfach mal Petra. Sie war zum Zeitpunkt des Abschlusses 28 Jahre alt. Sie war und ist gesetzlich krankenversichert. Bis Endalter 67 sollte sie folglich 39 Jahre lang monatlich 200 Euro in die bAV einzahlen, woraus sich eine Beitragssumme von 200 Euro *12 *39 = 93.600 Euro ergibt. Dies entspricht bei der im Vertrag gegebenen Bruttobeitragsgarantie auch der garantierten Kapitalabfindung.

Alternativ kann Petra mit einer garantierten Rente von 293,27 Euro monatlich rechnen. Ich argumentiere im Folgenden nicht mit irgendwelchen fiktiven Erfolgszahlen, sondern mit den Garantiewerten. Denn nur diese sind einigermaßen sicher.

 

Geschönte Argumentation des FPV

Mit grob 48,47 Euro Eigenleistung eine zusätzliche bAV-Rente von 293,27 Euro – das kann doch nur gut sein. Oder?

Erster Haken

 

Von Brutto auf Netto: fast die halbe Rente geht verloren!

Zunächst hat die direktversicherte Petra nämlich keine Ersparnis von Steuern und Sozialversicherungsbeträgen, sondern lediglich eine Verschiebung dieser Lasten.

Ihre betriebliche Altersrente wird nämlich nachversteuert. Petra zahlt auch Krankenkassenbeiträge hierauf, da sie gesetzlich versichert ist. Und zwar sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil!

Das Ganze in Zahlen:

Damit ist Petras bAV-Rente schon um knapp die Hälfte geschrumpft.

Das heißt, von der werblich herausgestellten Rente in Höhe von 293,27 Euro kommt nur gut die Hälfte des Betrages wirklich bei Petra an. Der FPV verschweigt die enorme Brutto-Netto-Lücke und suggeriert mit dem Wort „Steuervorteil“, ein Geschenk oder eine Subvention, die es in Wahrheit nicht gibt.

Eine Steuerverschiebung ist kein Steuervorteil.

Und die künftige zusätzliche Steuerzahlung ist nominell (d.h. in absoluten Euro-Beträgen) erheblich höher als die heutige Steuer„ersparnis“.

Zweiter Haken

Senkung des Anspruches aus der gesetzlichen Altersrente!

Zusätzlich sinkt Petras Anspruch aus der gesetzlichen Rente, da sie ja über viele Jahre die Basis der Rentenversicherung um monatlich 100 Euro verkürzt hat. Das kostet die verdatterte Petra ein gutes Drittel der verbleibenden bAV-Rente.

Als Nicht-LeO verstehen Sie sofort: Sie sollten sich nur über den Teil der bAV-Rente freuen, der über den Verlust Ihrer „normalen“ Altersrente hinausgeht.

Und wer die Bemessungsgrundlage seiner gesetzlichen Rentenversicherung vermindert (und das war ja Teil des „tollen“ Konzeptes), der erhält eben auch weniger gesetzliche Rente.

Auch das kurz in Zahlen:

Von den argumentativ ausgeschlachteten 293,27 Euro komme ich also nach den ersten zwei Haken auf verbleibende 119,95 Euro. Da kriegt das Wort „Rentenlücke“ eine ganz neue Bedeutung…

Der FPV erwähnt diesen Effekt mit keinem Wort. Hmm… Hält er mich jetzt für so einfältig oder ist er es selber? Beide Varianten werfen kein gutes Licht auf ihn…

Dritter Haken

Wann hat Petra ihr eingesetztes Geld zurück?

Die vordergründige Attraktivität des bAV-Angebotes fällt in sich zusammen, wenn man errechnet, wie viele Jahre Petra die Rente bekommen müsste, um überhaupt das von ihr eingebrachte Geld zurück zu erhalten.

Hier vergleichen wir wieder konsequent Petras Nettosparleistung mit der obigen zusätzlich verfügbaren Rente und kommen auf folgende Zahlen:

Viele weitere Haken

 

Inflation und Kaufkraft

Was die obig ermittelte zusätzliche Rente angesichts der Inflation in 39 Jahren (Rentenbeginn) plus 16 = 55 Jahren (nomineller Rückerhalt des Geldes) noch wert ist, hängt von der Entwicklung der künftigen Preissteigerungsrate ab.

Orientiert man sich an der durchschnittlichen Inflationsrate der letzten Jahrzehnte, dann wird die Kaufkraft an Petras 83. Geburtstag noch etwa bei einem Fünftel im Vergleich zum Abschlusszeitpunkt liegen.

 

Hohe, teilweise versteckte Kosten

Abschluss- und Vertriebskosten

Hätte Petra den Vertrag nicht nach zwei Jahren gekündigt, so hätte sie insgesamt 2.312,45 Euro Vertriebskosten bezahlt, das sind fünf Jahresbeträge je 462,49 Euro. Die ersten beiden Zahlungen sind für Petra verloren – typische versunkene Kosten. Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Übrige Kosten vor Rentenbeginn

Darüber hinaus wären von Petras Sparleistung jährlich 145,44 Euro weitere Kosten eingezogen worden. Der größte Teil hiervon sind Verwaltungskosten. Das sind 6,06 % von Petras Sparleistung oder in Summe 5.672,16 Euro. Diese bleiben Petra nun nach ihrer Kündigung weitestgehend erspart, nur zwei Neununddreißigstel davon sind versunkene Kosten.

Verwaltungskosten ab Rentenbeginn

Sich im Alter von 67 die garantierte Versicherungssumme auf einen Schlag auszahlen zu lassen, ist bei einer bAV extrem unvorteilhaft, da neben den KV-Beiträgen auch die Nachversteuerung auf einen Schlag fällig wird. So würde Petra in wohl im fraglichen Jahr den dann geltenden maximalen Grenzsteuersatz erreichen. Dies wird man ihr rechtzeitig vorab erklären und ihr die Wahl der Rente empfehlen.

Die im Vertrag als Verwaltungskosten ab Rentenbeginn genannten harmlosen 1,75 Euro je 100 Euro sind jedoch eben auch 1,75% zusätzliche Kosten, die natürlich auf die Bruttorente bezogen von 293,27 Euro werden. Da Petra aber nur eine tatsächliche Nettorente von 119,95 genießt, sind es auf diesen Nenner bezogen schon 4,3%. Während der Rentenphase fallen also jährlich knapp 62 Euro zusätzliche Kosten an, die sich während der 16 Jahre bis zum „Break-Even“ auch noch auf rund 1.000 Euro belaufen.

Nicht erkennbare Garantiekosten

Der stärkste Faktor der Wertminderung, nämlich die Garantiekosten, wird jedoch überhaupt nicht erwähnt. Dies soll dem Versicherer auch nicht angelastet werden, denn hierzu ist er gesetzlich nicht verpflichtet.

Garantiekosten sind Opportunitätskosten, die dadurch entstehen, dass Petras Geld trotz einer Spardauer von 39 Jahren nicht kapitalmarktnah in Aktien angelegt wird. Sondern, da ja eine Beitragsgarantie gegeben wird, zu Mickerzinsen in (scheinbar) sicheren, dafür aber unrentablen Anlageformen. Zu einem hohen Anteil sind dies (Bundes-)Anleihen.

Und so entgeht Petra eine Menge Ertrag, während die Inflation ihr über fast 40 Jahre die Kaufkraft abnagt.

 

Extreme Intransparenz und mangelnde Flexibilität

Die bisherigen Ausführungen haben schon deutlich gemacht, dass Petra keine Chance hatte, all die Zusammenhänge, Auswirkungen von Verlagerungseffekten, Kosten und Inflation in diesem langfristig bindenden Vertrag zu durchschauen. Die bAV-Vorsorge lässt sich durch den Arbeitgeberanteil und die Verlagerung der Steuer- und Sozialversicherungslast herrlich intransparent und damit geschönt darstellen.

Selbst meine nüchterne Analyse hat noch nicht alle Nachteile bzw. Nebenwirkungen erfasst. So sinken z. B. das Krankengeld sowie das Arbeitslosgengelt durch die Gehaltsumwandlung.

Und flexibel ist der bAV-Vertrag aus 2016 auch nicht. Was passiert bei Arbeitslosigkeit oder bei einem Wechsel des Arbeitgebers? Was bei einer späteren Selbständigkeit? Oder der Aufnahme einer Tätigkeit im Ausland?

Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, diese Fragestellungen detailliert zu untersuchen. Aber wer viel Zeit hat und sich psychisch stabil fühlt, kann ja mal den Fachausdruck „Portabilität der bAV-Vorsorge“ recherchieren. Nein, flexibel geht anders!

 

Bitte mehr Respekt vor der Arbeitgeberzahlung!

Der Arbeitgeber bringt bei obigem Vertrag eine Leistung von 100 Euro monatlich ein. Da Petra die anderen 100 Euro durch Gehaltsverzicht einbringt, erspart der Arbeitgeber ca. 20 Euro an Sozialabgaben, so dass seine Nettobelastung sich auf rund 80 Euro monatlich reduziert.

Würde Petra klug verhandeln, auf die bAV verzichten und statt des Arbeitgeberbeitrages eine kleine Gehaltserhöhung von, sagen wir, 60 Euro erbitten, von der dann – großzügig geschätzt – gut 30 Euro netto bei ihr ankommen, dann könnte sie statt des oben ermittelten Eigenanteils von 48,74 Euro ca. 80 Euro monatlich sparen.

Erster positiver Effekt: Petras gesetzlichen Altersrente würde um ca. 25 Euro monatlich steigen.

Zweiter positiver Effekt: In einem kostenarmen Produkt, z. B. einem ETF-Sparplan (ungefördert, aber auch nicht mit den bei dieser Laufzeit völlig unsinnigen Garantiekosten belastet) ergäbe sich nach 39 Jahren ein Endvermögen von ca. 220.000 Euro, höchstwahrscheinlich sogar mehr. Was auch nach Abzug der Kapitalertragsteuer noch eine schöne Aufbesserung der Alterseinkünfte ermöglichen würde.

Kurzum: Die „halbe-halbe-Lösung“ mittels dem angebotenen bAV-Vertrag rechnet sich für Petra nicht.

 

Sie erinnern sich noch an das obige Email des FPV mit Bitte um ehrliche Antwort (nachfolgend nochmals stark gekürzt):

Meine ehrliche (Ja was denn sonst?) Antwort  auf die freche Suggestivfrage des FPV:

Erstens: Ja, Petra hat einfach genial entschieden, indem sie den 2016 abgeschlossenen bAV-Vertrag gekündigt hat.

Zweitens: Ja, Petra hat sehr gute Chancen, ganz alleine mit ihrem Eigenbeitrag nach Steuern eine höhere Altersversorgung zu schaffen. Hierzu muss sie lediglich eine kostenarme und transparente Anlagealternative finden. Die freilich der Heidelberger Versicherungsmakler nicht anbieten kann oder will.

Und drittens: Ja, das Geld des Arbeitgebers sollte gewürdigt und nicht aus der Berechnung herausgenommen werden. Denn es fällt nicht vom Himmel. Circa 80 Prozent der Arbeitgeberbeiträge bleiben bei diesem als echte Kosten hängen.

Würde der Arbeitnehmer nur einen Teil des Arbeitgeberbeitrags außerhalb der bAV-Regelung erhalten, würde die Unvorteilhaftigkeit der „halbe-halbe“-Lösung noch deutlicher.

 

Und was bedeutet das nun konkret für Sie?

  1. Prüfen Sie Angebote zur bAV extrem kritisch und lassen Sie sich Zeit mit einer Unterschrift. Es mag andere Konstellationen geben (z. B. bei Minirenten oder falls Sie privat krankenversichert sind). Letztlich sind diese Fälle aber selten.
  2. Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass Ihr Arbeitgeber die Qualität eines bAV-Angebotes versteht. Lediglich die meisten ganz großen, professionellen und mit hoher Nachfragemacht ausgestatteten Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern kostenarme und effiziente (Rahmen-)Verträge ermöglichen. Hingegen kann es Ihnen ansonsten passieren, dass Ihr Arbeitgeber, die versteckten Nachteile und Kosten von bAV-Verträgen ebenso wenig verstanden hat wie Sie selbst.
  3. Lassen Sie sich nicht von heutigen Ersparnissen „ködern“, wenn diesen ungleich höhere Verluste oder Abzüge in der Zukunft entsprechen. Letztlich ist wichtig, welche Nettorente Sie in der Zukunft mit dem heutigen Nettoeinsatz erreichen. Und das ist bei allem „Steuerhokuspokus“ und „Sozialversicherungszauber“ eben leider oft sehr unbefriedigend.
  4. Wenn ein Finanzprodukteverkäufer Sie nicht auf die Minderung in der gesetzlichen Altersrente durch die bAV-Lösung hinweist, dann hat er sich schon allein damit disqualifiziert. Dies rechtfertigt bereits den Gesprächsabbruch durch Sie. Denn die Rentenminderung ist keine Kleinigkeit, sondern beträgt in den meisten Fällen allein schon ca. ein Drittel der bAV-Nettorente.
  5. Bedenken Sie auch, dass Ihre bAV-Rente wahrscheinlich krankenversicherungspflichtig ist (es sei denn, Sie sind privat krankenversichert). Auch diese Abgabe ist kein „Kleingeld“ und sollte von Ihrem FPV angesprochen, quantifiziert und abschließend geklärt werden. Wenn er das nicht tut – na sie wissen schon…
  6. Haben Sie Respekt vor der Zahlung Ihres Arbeitgebers! Ganz regelmäßig wird so argumentiert, als ob das Geld Ihres Arbeitgebers ja „geschenkt“ wäre, und Sie „doof“ seien, wenn Sie es nicht in Anspruch nähmen. Zur Erinnerung: Zweck der Übung war eigentlich nicht, dass das Geld des Arbeitgebers in den Kosten des Finanzdienstleistes versickert, sondern, dass Sie etwas davon haben. Auch wenn der Arbeitgeber bei der „halbe-halbe-Lösung“ grob 20% seines Einsatzes an Sozialleistungen spart, bedeutet dies trotzdem noch einen Nettoaufwand von rund 80% für ihn. Wenn Sie dieses Geld – für den Arbeitgeber kostenneutral – als Gehaltserhöhung erhalten (also versteuern und die Sozialversicherung bezahlen), aber den Rest regelmäßig und kostenarm völlig selbständig außerhalb einer bAV ansparen, so entstünde hieraus eine schöne Zusatzrente…   Man kann auch über steuerfreie bzw. steuerbegünstigte Extras statt Gehaltserhöhung mit dem Arbeitgeber reden (betriebliche Gesundheitsmaßnahmen, Bahncard, Dienstwagen u.a.).
  7. Sollte der FPV Ihnen als „Lösung“ der Rentenminderung durch die nachgelagerte Besteuerung eine zusätzliche private Rentenversicherung verkaufen wollen, droht hier gleich die nächste Falle. Denn Sie bezahlen diese keineswegs aus der „Steuerersparnis“ der Ansparphase, diese Verschiebung ist ja schon verbraucht. Das heißt, dass Sie die private Rentenversicherung voll aus versteuertem Nettoeinkommen bezahlen müssten. Wenn Sie dieser Scheinargumentation aufsitzen, werden Sie gleich doppelt über den Tisch gezogen.
  8. Kurzum: Es bleibt nicht viel vom angeblichen Zauber der bAV-Verträge. Die Arbeitnehmer werden mit einem falschen Fokus auf Steuern und Sozialabgaben geködert. Es handelt sich um eine Täuschung der Arbeitnehmer (und oft auch der Arbeitgeber), die über Jahrzehnte lang funktionieren kann und erst zum Zeitpunkt des Rentenbeginns in vollem Ausmaß erkennbar wird.

 

 

Seien Sie vorher klug. Oder prüfen Sie lieber frühzeitig, so wie Petra. Denn auch hier gilt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Und geben Sie Ihrem Arbeitgeber diesen Blogbeitrag zu Lesen.

 

Ich danke Honorar-Finanzanlagenberater Volker Hildebrand aus Lampertheim für gute Fachdiskussionen, Hilfe bei den Berechnungen und wertvolle Hintergrundinformationen.

Herzliche Grüße
Hartmut Walz
Sei kein LeO!

 

Erschienen am 23. November 2018.

Der Hartmut Walz Finanzblog ist unabhängig, kosten- und werbefrei. Ich erhalte für Links und Empfehlungen keinerlei Honorar, Kick-back, Beteiligung o. ä.

 

 

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33 Kommentare zu “Betrübliche Altersversorgung – leider oft eine herbe Enttäuschung

  1. Sven Monden

    Hallo Herr Prof. Walz,
    vielen Dank für Ihren Blog! Ich war so dumm und habe auch 2004 über meinen Arbeitgeber über Entgeldumwandlung in einem Pensionsfond etwas eingezahlt, und bin seit 2013 in diesem Pensionsfond durch Tarifvertrag auch “Zwangsmitglied” in diesem. Die Zahlungen über Entgeldumwandllung sind schon lang gestoppt. Da fast alle Beschäftigten diese Zahlungen in den Pensionsfond gestoppt haben, hat der Pensionsfondanbieter es geschafft über den Tarifvertrag zu bewirken, dass wir alle wieder “Zwangsmitglied” wurden! (Alle Gewerkschaftsfunktionäre sitzen im Aufsichtsrat des Pensionsfond!!!) Ich empfinde den Pensionsfond von allen Durchführungsformen als größten Betrug! Dadurch, dass Ihnen kein “volles Kapitalwahlrecht” gewährt wird, sitzt man doppelt in der Falle! Das angesparte Kapital muss als lebenslange Rente ausgezahlt werden. Inzwischen hat der Durchführende die “Sterbetafeln” so kalkuliert, dass Sie den RoI erst mit 97,5 Jahren auf das eingezahlte Kapital erreichen, und den RoI für das Gesamtguthaben erst mit 104 Jahren (!!!). Ohne volles Kapitalwahlrecht, keine Chance die Wette zu gewinnen. Ich könnte nur Druck auf den Durchführenden aufbauen, wenn ich mit einmaliger Auszahlung bei Rentenbeginn drohen könnte. Deshalb rate ich jedem von bAV in meinem Betrieb ab und erst recht von der Durchführungsform Pensionsfond!

    Mit freundlichen Grüßen
    Sven Monden
    Technischer Betriebswirt

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Lieber Herr Monden, danke für Ihr Beispiel aus der Realität des Jahres 2018.
      Ich versuche das Wort “Skandal” zu vermeiden, aber alles in allem ist das schon ein massives Versagen und ein Bärendienst an Ihnen und Ihren Kollegen. Haben Sie den Sachverhalt schon einmal beim Bund der Versicherten oder einer Verbraucherzentrale gemeldet? Ich denke, Sie kommen da nur über Öffentlichkeit voran und wenn ich Ihnen dabei helfen kann, will ich das gerne tun.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  2. Florian Zimmermann

    Hallo Herr Walz,

    ich lese immer mit großem Interesse Ihre Artikel. Als ehemaliger Student von Ihnen und nun auch beruflich in der Finanzbranche tätig, kenne ich einige Themen auch aus der Praxis.

    Bei ihren Ausführungen vermisse ich nur einen wichtigen Aspekt…es ist immer leicht zu sagen “ich investiere” das “gesparte” Geld selbst. Nur wo und wie? Sogleich kommt der allseits bekannte ETF ins Spiel und ja auch ich bin der Meinung, dass auf lange Sicht die Aktienmärkte eine entsprechende Performance liefern werden. Aber welchen ETF wählt man denn? Art der Replikation? Währungsgesichert? Allokation und Asset Klasse? Ausschüttend oder thesaurierend? Anbieter gibt es auch hier wie Sand am Meer, damit hat man auch die Qual der Wahl und auch hier kann man deutlich daneben liegen. Mal abgesehen davon, dass man im Depot immer sieht wie die Märkte verrückt spielen, wenn der Irre aus den USA mal wieder eine Twitter-Nachricht abgesetzt hat. Das muss man auch aushalten können, auch wenn jetzt langsam das Ende des Wirtschaftszyklus kommt und 12 Jahre Wachstum dem Ende zugehen. Kosten für Depots bzw. Bankgebühren fallen auf diesem Weg an, ebenso die Steuerbelastung auf etwaige Gewinne nach 39 Jahren einzahlen in den Sparplan (sic!) und nicht zu vergessen die Kosten für das Vehikel selbst (auch wenn diese naturgemäß niedriger sind als die genannten Durchführungswege). Und was passiert wenn ich das Rentenalter erreiche und gerade ein Börsencrash kommt? Mit der Faustregel 100 – Lebensalter = Aktienquote kann ich zwar meine Allokation im Zeitablauf anpassen, bringt mich aber wieder zu dem Aspekt mit dem ich begann und den ich vermisse:
    Wenn man die Expertise meint zu haben und in dem Themengebiet der Alternativen auskennt und traut sich sein leben lang selbst zu kümmern…dann “go for it”. Ich erinnere mich auch an Blogbeiträge wo Sie kritisch Fonds als Anlageform betrachten.

    Aber nach Ihrem erschreckenden Beispiel muss auch ich mich mit meiner bAv beschäftigen und überprüfen inwieweit ich hier auch betroffen bin.

    Grüße
    F. Zimmermann

    Antworten
  3. Sebastian Löschner

    Hallo Herr Walz,
    ich schätze Ihre fundierten Beiträge wirklich sehr. Auch ich bin aktuell dabei meine betriebliche Altersvorsorge zu überdenken und meine beiden Beiträge zu pausieren. Jedoch frage ich mich was neben der gesetzlichen RV eine echte und langfristige Alternative ist (außer Aktien/ETF’s)? Könnten Sie vielleicht gerade für jüngere Anleger ein 2 oder 3 Vorschläge machen? Vielen Dank. Gruß S.Löschner

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Lieber Herr Löschner, Sie haben die beste Alternative selbst genannt. Wenn Sie diese ausschließen, wird es schwierig, da es nur fünf echte Assetklassen gibt und zwei davon (Bargeld sowie Anleihen) derzeit renditelos bzw. von der Zinsfalle bedroht sind. Als ernsthafte Alternative möchte ich auf die wenig bekannten Assetklassenfonds hinweisen. Humorvoll: Wenn Sie die ersparten bAV-Beiträge immer eine Goldmünze erwerben, sobald es dafür reicht, werden Sie nach menschlichem Ermessen auch ein Mehrfaches der Garantieleistung erreichen – dies ohne laufende Kosten und völlig legal steuerfrei… na, wenn das kein Anreiz ist 😉
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  4. Heike Dannenberg

    Sehr geehrter Herr Prof. Walz,
    ich schätze Ihre Blogartikel sehr und die Betrachtung des bAV-Szenarios ist richtig. Der neue Arbeitgeberzuschuss ab 2019 wird das Bild nur leicht verbessern.
    Was mir aber Bauchschmerzen bereitet ist die Tatsache, was die Reaktion auf Ihren Artikel sein wird. Aufgeklärte Leser (also Ihre Blog-Leser) werden nicht in Panik verfallen und in Ruhe ihre Versorgung prüfen, aber für viele (auch für Arbeitgeber) wird der Artikel extrem verunsichernd sein. In diesen Themen haben wir fast alle zu wenig Kenntnis der Zusammenhänge – das gilt auch für die meisten, die beruflich eng mit Finanzen zu tun haben. “Dann mache ich lieber gar nichts” wird die unbewusste Reaktion vieler sein, was natürlich auch zu kurz gedacht ist. Also was ist die Alternative? ETFs alleine können das Rentenproblem nicht lösen.

    Ihre geschilderte Situation ist wahrlich nicht neu, die Niedrigzins-Situation bringt aber u.a. die Schwächen des Versicherungssystems massiv zutage. Fairerweise muss man sehen, dass es sich so oder so ähnlich mit fast allen Vorsorgemöglichkeiten bzw. Schichten (privat oder gefördert) verhält. Die bAV steht hier nicht alleine aber auch hier sind 4 von 5 Durchführungswegen (die pauschaldotierte UKasse mal ausgenommen) “versicherungsförmig”. Das Problem sitzt also tiefer.
    Vielleicht stehen wir alle in der Verantwortung, uns gesellschaftlich und vor allem politisch für neue Alternativen einzusetzen und die intransparente und überregulierte Altersvorsorgewelt nachhaltig zu verändern. Gute Beispiele gibt es im Ausland ja schon. Frau Nahles ist das jedenfalls mit ihrem bAV-Betriebsrentenstärkungsgesetz nicht gelungen – ganz im Gegenteil! Und die Versicherungslobby ist immer noch sehr machtvoll.
    Es bleibt noch viel zu tun und Ihnen dürfte der Stoff für neue Blogs lange nicht ausgehen.

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Liebe Frau Dannenberg, herzlichen Dank für Ihre ergänzende Analyse, mit der ich weitgehend übereinstimme. Ein weiter so ist auf alle Fälle nicht angebracht. Und ein Abschied von realwertvernichtenden Garantien (= “garantierte Verluste”) überfällig. Die aktuelle politische Situation bietet hier eine Riesenchance…
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  5. Gunild Mattes

    Lieber Herr Walz, wow! Was für ein toller und verständlicher Beitrag. Wieder mal!
    Super spannend und lehrreich. 1000 Dank dafür!

    Ich selbst zahle nun seit 16 Jahren in eine bAV ein. Und überlege jetzt natürlich sofort den Vertrag still zu legen und die letzten Arbeitsjahre sinnvoller vorzusorgen. Der Zuschuss meines AG beträgt nur 15%. Und ich kann mich noch genau an die Antwort des FPVs auf meine Nachfrage wegen Verringerung meiner Rente erinnern: „Ach, das sind nur 2 – 3 €, das können Sie getrost vergessen“. Ich LeO!!!

    Das besonders perfide an der Gesetzesänderung damals durch die SPD/Grünen war, dass nicht nur die ab 2003 neu abgeschlossenen Verträge von der Auszahlung mit Abzug der Sozialversicherungsbeiträgen betroffen sind, sondern gleich auch rückwirkend alle Altverträge. Das ist Betrug am zur privaten Altersvorsorge gemahnten Bürger und meiner Meinung nach illegal.

    Ich werde morgen Ihren aufschlussreichen Beitrag sowohl meinem Arbeitgeber als auch dem FPV weiterleiten.

    Respektvolle Grüße
    Gunild

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Liebe Frau Mattes, Sie sind kein LeO! Sondern Sie wurden ganz klar aus Eigeninteresse schlecht beraten. Das lässt sich rückwirkend kaum heilen, Sie können lediglich ab sofort das Beste daraus machen. Prüfen Sie, ob Kündigung oder Beitragsfreistellung das Beste für Sie ist. Ein einkaufsorientierter Berater (neutraler Honorar-Anlageberater oder Honorar-Finanzanlagenberater) kann Sie dabei unterstützen. Alles Gute!!
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  6. Sascha

    Guten Tag Hr. Professor Walz,
    danke für Ihren super verständlichen Beitrag, der mich zu 99 % überzeugt hat.
    Einziges verbliebenes Fragezeichen ist Ihre Argumentation mit den Garantiekosten bzw. Opportunitätskosten.
    Sie erläutern dies auch recht knapp. Da kann es doch nicht um viel Geld gehen, sondern nur um Kleinigkeiten – richtig?
    Wenn es mehr als “Peanuts” sind, dann wäre eine ausführlichere Erläuterung sicher nicht nur für mich wertvoll.
    Nochmals besten Dank.
    Sascha aus Heidelberg

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Lieber Sascha, das nehme ich gerne als Anregung und versuche, das Thema in den nächsten Wochen aufzunehmen. Fachlich kein Problem. Aber nicht verständlich zu erklären 😉
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sein kein LeO!

      Antworten
  7. Stefan Matiasovits, CFP

    Hallo Herr Prof. Walz,

    hat Petra wirklich „einfach genial entschieden“, indem sie ihre BAV gekündigt hat?

    Für Sie steht das eindeutig fest. Sie begründen ihre Meinung hauptsächlich damit, dass Petras BAV trotz des hohen Arbeitgeberzuschusses nicht finanziell lukrativ ist.

    Das ist so nicht ganz richtig. Eine BAV mit 50% Arbeitgeberzuschuss (100 Euro / 100 Euro) ist theoretisch lukrativ. Das bedeutet jedoch nicht im Umkehrschluss, dass das für Petra auch praktisch der Fall ist, denn das hängt ganz entscheidend davon ab, ob sie den Vertrag über 39 Jahre durchhält. Dementsprechend ergeben sich 2 Szenarien:

    Szenario 1:
    Petra sollte ihre BAV eher behalten, wenn sie bei ihrem Traumarbeitgeber gelandet ist, dort langfristig bleiben möchte und keine längeren Unterbrechungen ihres Berufslebens plant.

    Szenario 2:
    Trifft Szenario 1 nicht zu, hat sie mit ihrer Kündigung richtig entschieden. Bei einem Jobwechsel würde der vergleichsweise hohe Arbeitgeberzuschuss wegfallen und auf die weiteren Fallstricke beim Thema „BAV Portabilität“ haben Sie hingewiesen.

    Warum die die BAV rechnerisch lukrativ?

    Einfache Antwort: Es liegt am Arbeitgeberzuschuss.

    Sie rechnen in ihren Ausführungen mit dem Worst-Case: Die BAV erwirtschaftet eine Rendite von 0%, so dass Petra nach 39 Jahren nur die eingezahlten Beiträge in Höhe von 93.600 Euro zur Verfügung stehen. Angenommen, Petra wählt nicht die Option lebenslange Rente, sondern lässt sich das Geld zum Rentenbeginn auf einmal auszahlen, ergeben sich folgende Zahlen:

    Worst-Case Szenario: 0% Rendite

    93.600 Euro Beitragsgarantie
    53.600 Euro Abzüge bei Einmalauszahlung (Steuer, KV, Pflege; 57,26%)
    40.000 Euro Auszahlungsbetrag

    22.684 Euro Nettosparleistung (Petras Eigenbeitrag)
    17.316 Euro Gewinn (40.000 Euro minus 22.684 Euro)

    => 2,68% Rendite p.a.

    1% Rendite auf die Beiträge

    114.405 Euro angesparte Beiträge
    65.508 Euro Abzüge bei Einmalauszahlung (Steuer, KV, Pflege; 57,26 %)
    48.897 Euro Auszahlungsbetrag

    22.684 Euro Nettosparleistung (Petras Eigenbeitrag)
    26.213 Euro Gewinn

    => 3,57% Rendite p.a.

    2% Rendite auf die Beiträge

    => 4,47% Rendite p.a.

    Fazit
    1) Petras BAV ist rechnerisch attraktiv. Sie bietet eine Mindestrendite von 2,68% mit Chance auf mehr.
    2) In Szenario 1 macht die BAV für Petra auch Sinn.
    3) In Szenario 2 macht eine BAV allgemein wenig bis keinen Sinn.
    4) Ihr Urteil, dass Petra mit ihrer Kündigung „einfach genial entschieden“ hat, lässt sich schwerlich aus 1) herleiten, sondern eher aus 3).
    5) Die von ihnen aufgeführten Kritikpunkte an der BAV (und den teils unseriösen Verkaufspraktiken) sehe ich ähnlich. Ohne Arbeitgeberzuschuss ist die BAV deshalb eher unattraktiv.
    6) Erfahrungsgemäß reicht die Kombination BAV + gesetzliche Rente für junge Leute als Altersvorsorge nicht aus. Der Alternativvorschlag ETF-Sparplan wäre für Petra so oder so ein sinnvoller Zusatz-Baustein.

    Freundliche Grüße
    Stefan Matiasovits, CFP

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Hallo Herr Matiasovits, danke für Ihre ausführliche Stellungnahme, in der Sie sich ja weitestgehend meiner Bewertung anschließen.

      In einem Punkt bin ich jedoch respektvoll völlig anderer Ansicht als Sie:
      Selbst wenn Petra Ihren Arbeitgeber “heiratet” und dort bis zum Ende Ihres Arbeitslebens bleibt und den Vertrag durchhält, halte ich den bAV-Vertrag für eine gewaltige Ressourcenverschwendung, an der nur der FPV verdient.
      Ihre Gegenüberstellung von 40.000 Auszahlungsbetrag einerseits und der Petras Nettosparleistung von 22.684 “unterschlägt” die 100 *12 *39 Jahre = 46.800 Euro Arbeitgeberleistung. Ich kann mich jetzt kurz fassen, denn ich hatte ja schon im Blogbeitrag “Respekt vor der Arbeitgeberleistung” gefordert. Und wenn wir unter Vernachlässigung dieser Arbeitgeberleistung dann mit 2,68 % auf eine “Rendite” kommen, die unter der durchschnittlichen Inflationsrate der letzten Jahrzehnte liegt, dann ist das doch ein Armutszeugnis.
      Ich sehe nicht, dass Sie mit dieser Rechnung eine Lanze für die bAV brechen konnten – eher das Gegenteil.

      Trotzdem besten Dank und
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
      1. Stefan Matiasovits, CFP

        Hallo Herr Prof. Walz,

        mein Ziel war auch gar nicht, eine Lanze für die BAV zu brechen. Ich habe nur versucht zu zeigen, dass eine BAV mit hohem Arbeitgeber-Zuschuss sich lohnen kann.

        Der Email-Schreiber hat Sie zu einem knackigen Beitrag verleitet, der für meinen Geschmack etwas zu schwarz-weiß gehalten ist. Mir persönlich ist das wurscht und ich bin auch ein Freund lebhafter Debatten. So mancher BAV-Besitzer fühlt sich durch ihren Text aber vielleicht als LeO und trifft vorschnelle Entscheidungen, die er nachher bereut.

        Freundliche Grüße
        Stefan Matiasovits

        Antworten
        1. Walz Artikelautor

          Lieber Herr Matiasovits, ich denke, dass meine geschätzten BlogleserInnen so gescheit sind, dass sie eine “geschenkte” Arbeitgeberleistung nicht wegwerfen – so ganz nach dem Motto “Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul”. Dies gilt insbesondere in den Fällen, in denen der Arbeitgeber stur ist und bei Verzicht auf eine bAV keine andere Sozialleistung /keinen anderen Vorteil gewährt.
          Jeder Euro Eigenleistung bzw. Lohnumwandlung sollte jedoch auf dem Prüfstand stehen. Und das Ergebnis der Prüfung wird bei der “halbe-halbe”-Regelung regelmäßig die Unvorteilhaftigkeit einer Lohnumwandlung zeigen.
          Die Vielzahl von direkten Rückmeldungen erschrockener Unternehmer, die nicht im Blog erscheinen wollen, zeigt, dass auch von Arbeitgeberseite hier viel Unwissen bzw. Fehlinformation vorlag.
          Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

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  8. Jo

    Hallo Herr Professor,
    Ihren Beitrag zur bAV habe ich mit Inteesse zur Kenntnis genommen. So ganz überzeugt war ich nicht.
    Alarmierend ist für mich aber, dass Sie keinerlei Gegenwind und Dementis aus der Welt der FPVs erhalten. Ich hätte (als vieljähriger) bAV – Sparer) stark gehoffe, dass eine umgehende Gegendarstellung erfolgt und man mir glaubhaft vorrechnet, dass Sie völlig falsch gerechnet haben.
    Es kann doch nicht wahr ein, dass die bAV in den meisten Fällen so unvorteilhaft ist. Gibt es keine “Gegendarstellung” von den Finanzdienstleistern, die diese Verträge anbieten?
    Viele Grüße Jo

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Liebe/r Jo, hmm… es gibt hier noch keinerlei Kommentar , der die bAV stützt oder eine Gegenrechnung oder Positivdarstellung anbietet… Die FPV-Seite schweigt sich völlig aus… Vielleicht gibt es ja noch eine Gegendarstellung?!
      wirklich keinerlei Kommentar gibt, der die bAV stützt oder eine Gegenrechnung oder Positivdarstellung anbietet.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

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  9. Monika Müller

    Lieber Herr Prof. Walz, lieber Volker,
    danke für den tollen Blog.
    Mein Unternehmen wird nächstes Jahr 20 Jahre alt und in all dieser Zeit konnte ich mich nie dazu “durchringen” meinen Mitarbeitern eine BAV im klassischen Sinne anzubieten. Als dann vor einigen Jahren eine neue Mitarbeiterin einen Vertrag mitgebrachte, habe ich erfahren wie kompliziert der Umgang mit dem Übertrag sein kann, und gesehen wie viel Gebühren in dem Produkt steckten. Auch alle Vorträge, die ich von von Verkäufern, aber auch fachkundigen Finanz- und Steuerberatern zu diesem Thema hören durfte, haben mich nicht wirklich überzeugt. Ihr Beitrag zeigt mir nun, dass es wie so oft vernünftig war, auf meine Intuition und mein natürliches Mißtrauen zu hören. Und ich glaube so geht es vielen Unternehmern. Allein, sie kennen zu selten eine Alternative. Ihr Beitrag ist ein wertvoller Anstoß. In meinen Unternehmernetzwerken werde ich den Beitrag in jedem Fall verbreiten.
    Viele Grüße,
    Monika Müller

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    1. Walz Artikelautor

      Liebe Frau Müller, besten Dank für Ihre Facette, die die Arbeitgebersicht zeigt. Die aktuelle Diskussion um erneute gesetzliche Veränderungen (vgl. zum Beispiel CAPITAL-Heft 12/2018 Seite 128, 129) zeigt, dass das Verwirrspiel munter weiter gehen wird. Willkommen im Babylon der betrüblichen Altersversorgung 😉
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

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  10. Weber Fridolin

    Hallo Herr Walz,
    wie immer ein sehr interessanter Beitrag. Ich bin gerade im Hinblick auf die “nachgelagerte Besteuerung” deshalb auch von Riester/Rürup nicht begeistert. Die Kunden werden von den Bruttozahlen getäuscht. Eigentlich sollte in jeder Beratung bzw. zu jedem Angebot eine sog. beispielhafte Berechnung verbindlich mitgeliefert werden, damit sich der Ineressent ein Bild von dem machen kann , was tatsächlich von der garantierten Brutto-(R)Ente übrig bleibt. Einen kleinen Fehler in der Berechnung meine ich erkannt zu haben. Die Beiträge zur Krankenversicherung müssen
    m.E. (nur) 10 Jahre lang abgeführt werden.

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    1. Volker Hildebrand - "Honorarberater"

      Hallo Herr Weber,
      …vielen Dank für Ihren netten Kommentar und den Hinweis bzgl. der KV-Beiträge.
      Dies trifft leider nicht auf die im Beitrag “verdatterte Petra” zu, sondern nur auf sog. Altverträge von vor 2005, wenn man sich das angesparte Kapital zum Rentenbeginn auf einmal auszahlen lässt. In diesem Fall haben Sie absolut recht – dann werden die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung verteilt über zehn Jahre monatlich fällig.
      Herzliche Grüße

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    2. Walz Artikelautor

      Lieber Herr Weber, danke für Ihren Kommentar. Inhaltlich ist Herr Hildebrand ja schon darauf eingegangen. Mit der Rente als Ente haben Sie für einen Lacher bei mir gesorgt 😉
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

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  11. Stocksauer

    Sehr geehrter Herr Dr. Walz,
    bin grade etwas bestürzt. Mein Arbeitgeber hat mich regelrecht bedrängt einen bAV-Vertrag abzuschließen den ich allein durch Gehaltsverzicht bespare. Er selbst gibt keinen Cent dazu. Und dabei verdien ich eh schon sehr schlecht. Und nun erfahre ich durch Ihren Blog, dass mein AG rund 20 Prozent Ersparnis durch meine Gehaltsumwandlung hat wärend ich in der Rente die volle Krankenversicherung zahlen darf. Super Geschäft. nur nicht für mich!
    – nicht angemessene Teile wurden gelöscht –
    Stocksauer

    Antworten
    1. Volker Hildebrand - "Honorarberater"

      Liebe/r Herr/Frau Stocksauer,
      ….das kann ich gut nachvollziehen und es wird Sie auch nicht trösten, dass Ihr Arbeitgeber durch das neue “Betriebsrentenstärkungsgesetz” (BRSG) (Anmerkung: es wird nicht wirklich “besser”!) nun selbst seine Sozialversicherungsersparnis in den Vertrag weitergibt und (bei bestehenden Verträgen) dann ab 2022 auch 15 Prozent zur Entgeltumwandlung zuschießen muss!
      Ich kann in dieser Konstellation eigentlich nur raten: “werfen Sie gutem Geld kein schlechtes mehr hinterher” und ziehen Sie den Stecker. Legen Sie Ihrem Arbeitgeber den Blogbeitrag doch mal vor – vielleicht überdenkt er seine Meinung ja! Dann hat dieser Blogbeitrag für Sie und andere im Betrieb etwas wertvolles erreicht!

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    2. Walz Artikelautor

      Liebe/r Frau/Herr Stocksauer, auch ich schließe mich dem Urteil von Herrn Hildebrand an, den Stecker zu ziehen. Sparen Sie stattdessen transparent, kostenarm und weltweit streuend. Pflücken Sie mit wenig Kosten die Marktrendite – dann müssen wir uns Beide um Ihre Altersversorgung keine Sorgen machen 😉
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  12. lachen und weinen

    habe traenen in den augen – vor lachen und vom weinen
    genialer beitrag, toll geschrieben, und für den traurigen Inhalt koennen sie ja nichts herr walz!

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Liebe/r lachen und weinen, wir können jeden Tag noch das Beste für unsere Zukunft machen. Daher hoffentlich mehr lachen als weinen 😉
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  13. Manuel

    Toll recherchiert, sehr detailliert analysiert, trotz hoher Komplexität verständlich kommuniziert – großes Kompliment, hervorragender Beitrag!

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Lieber Manuel, schön, dass Sie aus dem Beitrag Nutzen ziehen konnten.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten
  14. Steffen Grebe

    Sehr geehrter Herr Prof. Walz,
    herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Beitrag. Nach dem guten Beitrag von letzter Woche schon wieder ein tolles, wichtiges und sehr praxisnahes Themengebiet. In meinem beruflichen Alltag erhalte ich immer wieder Anfragen, ob sich die bAV rechnet. In den allermeisten Fällen ist es exakt so, wie Sie es darstellen – sprich es rechnet sich nicht. Bei Auszahlung der bAV erfolgt also wie beschrieben der Abzug der Steuer + voller Krankenversicherungssatz und zusätzlich noch die Beiträge zur Pflegeversicherung (also 2,55% für Rentner mit Kindern bzw. 2,80% bei Rentnern ohne Kind) In Summe ergibt sich in vielen Fällen also ein Gesamtabzug von 40% (je nach Steuersatz) + 15,70% + 2,55% = 58,25%!
    Achtung: Die Sätze für die Kranken- und Pflegeversicherung können in Zukunft durchaus ansteigen.

    Dennoch ist das Ergebnis immer eine Einzelfallbetrachtung, gerne möchte ich hierzu Echtfälle nennen:
    – Der Arbeitgeber war bereit seinem Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung in Höhe von 100€ dann zu geben, wenn der Mitarbeiter das Geld vollständig in eine Direktversicherung investiert. Gespräche mit dem Arbeitgeber über eine Gehaltserhöhung ohne bAV wurden abgelehnt. Der Mitarbeiter hat also den Abschluss gemacht. In Zukunft werden wir den Arbeitgeber daran erinnern, dass er 15% Zuschuss zusätzlich entrichten muss :-).
    – Ein Großteil der anfragenden Mandanten liegt mit ihrem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung und viele auch oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung. Im Ergebnis sparen diese Mitarbeiter also während der Einzahlungsphase keine SV-Beiträge. Bei Auszahlung der bAV besteht jedoch eine große Wahrscheinlichkeit, dass die Auszahlung vollständig der SV unterliegt.
    – Einzelne Mandanten sind in der Privaten Krankenversicherung versichert – entsprechend sparen sie keine SV-Beiträge und es werden bei Auszahlung keine SV-Beiträge abgeführt (jedoch volle Versteuerung)
    – gestern erzählte mir ein Mandant, warum er in seinem Leben keine SPD mehr wählen möchte: Er hatte in den 90er Jahren eine Direktversicherung abgeschlossen. Zum Abschlussdatum ging jeder davon aus, dass die Auszahlung ohne Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen erfolgt. Dann hat die SPD (unter Ursule Schmidt) dies in einer Hauruckaktion eingeführt (zusammen mit den Grünen).

    Anmerkung zum Arbeitgeber: Diese setzen im Rahmen der Umsetzung sehr häufig auf eine Direktversicherung. In vielen Fällen ist den Arbeitgebern nicht bewusst, dass Sie in der Haftung stehen, falls die Versicherung die Zusagen nicht einhalten kann. Dies ist inbesondere schon während der Laufzeit regelmäßg wg. Verbuchung der Provision gegeben. Auch ist vielen Arbeitgebern nicht bewusst, dass sie zur Überprüfung der Zusagen die Gegenwerte der Direktversicherung jährlich verpflichtet sind. Spätestens bei Betriebsübernahme schauen die Käufer immer stärker auch auf diesen Bereich.

    Herzliches Dankeschön für den Beitrag auch an Herrn Volker Hilderand.

    Viele Grüße

    Steffen Grebe

    Antworten
    1. Walz Artikelautor

      Lieber Herr Grebe, herzlichen Dank für Ihren Kommentar und die wertvollen zusätzlichen Argumente. Diese runden das Bild für unsere vielen Leserinnen ab.
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

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  15. Maria Sowitzki

    Sehr geehrter Herr Prof. Walz, hervorragend und verständlich analysiert und erklärt!
    Vielen Dank für diese Arbeit, die sicherlich nicht zu wenig war.
    Herzliche Grüße
    Maria Sowitzki

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    1. Walz Artikelautor

      Liebe Frau Sowitzki, ja, das war ein Stück Arbeit… hat sich zu Aufklärungszwecken aber voll gelohnt, wie ich finde 😉
      Herzliche Grüße, Hartmut Walz – Sei kein LeO!

      Antworten

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